K12 Deutsch Mitschrift - Weimarer Klassik

  • June 2020
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  • Words: 734
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21.09.09 Weimarer Klassik (ca. 1786 – 1805) Begriff „Klassik“: • lat. „classici“: höchste Steuerklasse danach: vorbildliche, „erstklassige“ Schriftsteller → Übertragung auf andere Bereiche • politischer und kultureller Höhepunkt einer Nation → jeweils verschiedene (!!) Epochen, z.B. ◦ griechisch- römische Antike ◦ Renaissance in Italien (15./16. Jh.) ◦ Elisabethanisches Zeitalter in Großbritannien (16./17. Jh.) ◦ Staufische Klassik in Deutschland (um 1200) ◦ Weimarer Klassik Kennzeichen der Weimarer Klassik: • politisch wenig bedeutsam, nur Kunst / Literatur • Zeitraum 1786 – 1805 (Goethes Italienreise – Schillers Tod) • Beeinflussung Goethes durch die Antike während der Italienreise • Entdeckung der Urpflanze (?) • nach 1805: Abkehr Goethes von der Klassik • Weimarer Klassik v.a. von Goethe und Schiller geprägt • Leitideen der Kunst: Harmonie und Humanität → Vorbild: griechisch – römische Klassik /Antike: Menschlichkeit, Toleranz, Maß, Reinheit, Übereinstimmung von Mensch und Natur, Individuum + Gesellschaft • politischer Hintergrund: ◦ Goethe bricht nach Italien auf, die französische Revolution bricht aus → Chaos → Gegenpol: Harmonie und Humanität ◦ Napoleon räumt in Deutschland auf, reißt die Herrschaft über Frankreich an sich • kulturelle Voraussetzung: Kant ◦ kategorischer Imperativ: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ ◦ Kritik der Urteilskraft Warum Weimar? − Anna Amalia, Herzogin vom Weimar: 1739 - 1807 Nichte des preußischen Königs mit 16 Jahren verheiratet mit 18, schwanger, verwitwet Regentin für ihren Sohn, Karl August bis 1775, trotz Intriganter Neider fördert Kunst uns Kultur im Herzogtum (Hobby) → 1772: Wieland wird Erzieher ihres Sohnes → 1775: Goethe (26, bürgerlich) kommt auf Anraten Wielands an den Hof → Herder kommt auf Anraten Goethes an den Hof → 1779: Schiller kommt nach Weimar − Charlotte von Stein: Frau des Stallmeisters, mit Einfluss auf Goethe (s.u.) Goethe in Weimar − Rascher Aufstieg Goethes vom Erzieher des jungen Herzogs zum Mitglied − des Steuer- und Finanzamtes − der Straßenbaukommission − der Bergwerkskommisssion

− der Kabinettssitzung − Einsatz für soziale Gerechtigkeit − Adelung, Reisen − Rückzug aus der Politik für 2 Jahre → Italienreise bis 1786, dann Rückkehr nach Weimar 24.09.09 Weimar im ausgehenden 18. Jh. Stadt und Herzogtum begünstigten die Entstehung der Weimarer Klassik Herzogtum Sachsen- Weimar: ungestörte geistig- kulturelle Entwicklung unbedeutender Randstaat; Friedenszeit bis 1806 Kleinstaat mit ca. 6000 Einwohnern überschaubar Weimar „Mittelding zwischen Hofstadt und Dorf“ Polis- Charakter Goethe wird Hofbeamter

Erprobung von Ideen in praktischem Handeln Welterfahrung des Dichters bereichert Dichtung

Hofhaltung einfach

frei von Zwängen größerer Höfe und der Nachahmung französischer Vorbilder, Aufstieg Goethes und Schillers, künstlerische Autonomie denkbar

Anna Amalia – kulturelles Leben Aufgeschlossenheit für Neues „Musenhof“

Wieland, Goethe, Herder, Schiller finden sich in Weimar ein → Gedankenaustausch, gegenseitige Anregung 01.10.09

Goethe und Charlotte von Stein Lida! Glück der nächsten Nähe, William! Stern der schönsten Höhe, Euch verdank' ich, was ich bin.

(Lida = Charlotte) (William = William Shakespear)

− Charlotte von Stein (1742-1827) − 1775 Begegnung mit Goethe (1776 – Warum gabst du uns die tiefen Blicke) − zur Zeit der Begegnung mit Goethe bereits 7 Kinder − zur Zeit der Begegnung mit Goethe bereits 11 Jahre verheiratet − unglücklich in ihrer Ehe − Mann lebt für seine Pferde − Ideal: körperlose Zugewandheit der Gemüter − weiß gekleidet, zurückhaltend, kühl, mit Bedacht auf gesellschaftliche Schicklichkeit − geschwisterliche Liebe zu Goethe − sieht Goethe fast täglich − nach 10 Jahren: 1700 Briefe − Einfluss bis 1786 (Italienreise, Goethe verschwindet, ohne sich zu verabschieden, Charlotte ist sauer), nach Goethes Rükkehr 1788: Abkühlen der Beziehung − Einfluss auf Goethes Werk: Mäßigung → Ablegen der Genialitäts- Züge (Sturm und Drang): Werk: Iphigenie auf Tauris − fordert Briefe von Goethe zurück → vernichtet sie − bricht Kontakt zu Goethe fast vollständig ab; Grund: Charlotte missbilligt Goethes Beziehung zu Frau Vulpius (bürgerlich, nicht gebildet)

28.09.09 Die bürgerliche Gesellschaft und der Weimarer Hof Weimarer Hof

Bürger und Bauern regiert

Adel = gottgewollte Herrschaftsschicht

Feldarbeit Handel + Gewerbe

Abstieg möglich Aufstieg möglich

Adel ≠ soziale Macht oder Entscheidungsfreiheit Merkantilismu s + Absolutismus

Beamte und Verwaltungsangestellte

Manufakturen → Befreiung aus Zunftzwängen

Bürgertum

Reformation / Calvinismus → Prädestinationslehre

Popularität vom Willen zum sozialen Aufstieg + Gewerbefleiß

Mensch ist unmittelbar nur Gott verantwortlich T R E

Bürgerlicher Tugendund Moralkodex

N N U N G

BILDUNG (Lesekultur)

In geistiger und sozialer Hinsicht Familie des Landherren und seine Umgebung

Bürgerliche und ihre Familien

AB: Begriff und Eingrenzung der deutschen Klassik, Weimar im ausgehenden 18. Jh., Die

bürgerliche Gesellschaft und der Weimarer Hof, Meist nur sich selbst überlasen...

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